Nachdem bereits die vergangenen 12 Monate für die Metallverarbeitungsbranche schwierig waren, blicken viele Betriebe mit großen Sorgen auch in die Zukunft. Eine Umfrage von Close Brothers Factoring unter 200 Metallverarbeitern zeigt: Die Liquiditätslage bleibt angespannt. Um ihre finanzielle Stabilität zu stärken und Risiken abzufedern, planen viele Unternehmen, aktiv geeignete Maßnahmen zur Liquiditätsverbesserung zu ergreifen.

Im Folgenden stellen wir die zentralen Erkenntnisse aus der Umfrage zu den Erwartungen und Planungen der Unternehmen vor.

1. Liquidität: Jeder Vierte erwartet sehr angespannte Lage

Die Mehrheit der Unternehmen geht davon aus, dass ihre Liquidität in den nächsten 12 Monaten weiter erheblich unter Druck stehen wird. Insgesamt drei von vier Befragten glauben an eine sehr oder eine eher angespannte Lage.

Die Verteilung im Überblick:

  • 27 Prozent erwarten eine sehr angespannte Lage
  • 48 Prozent rechnen mit einer eher angespannten Lage
  • 21,5 Prozent erwarten eine eher nicht angespannte Liquidität
  • 3,5 Prozent gehen davon aus, dass ihre Liquidität überhaupt nicht belastet sein wird

Umfrage Metallverarbeitung 2025 - Liquiditätslage - Erwartung

Damit zeigt sich: Nur jedes vierte Unternehmen rechnet mit einer unkritischen oder entspannten Situation. Die Mehrheit geht von anhaltendem Druck aus.

2. Erwartete Belastungsfaktoren für die Liquidität: Vor allem hohe Einkaufspreise und Transportkosten

Welche Faktoren werden die Liquidität im kommenden Jahr am stärksten beeinflussen? Die Unternehmen nannten eine Reihe von Belastungsquellen, die bereits in den vergangenen Monaten spürbar waren und weiterhin wirken.

Zu den genannten Belastungsfaktoren zählen:

  • Hohe Einkaufspreise für Rohstoffe und Vorprodukte (37,5 Prozent)
  • Hohe Transportkosten (34 Prozent)
  • Hohe Personalkosten (29,5 Prozent)
  • Hohe Energiepreise (28,5 Prozent)

Auch Umsatzrückgänge spielen eine zentrale Rolle:

  • 21,5 Prozent erwarten geringere Umsätze aufgrund sinkender Nachfrage
  • 20 Prozent rechnen mit Umsatzrückgängen durch Lieferengpässe

Zahlungsverhalten bleibt ebenfalls ein Thema:

  • Jeweils 13,5 Prozent nennen Zahlungsausfälle oder Zahlungsverzögerungen als wesentliche Belastung

Nur eine kleine Minderheit – 3,5 Prozent – erwartet keine Liquiditätsbelastung.

Die Ergebnisse spiegeln ein Umfeld wider, das durch volatile Preise, unsichere Nachfrage und unzuverlässige Zahlungsströme geprägt ist.

3. Geplante Maßnahmen zur Verbesserung der Liquidität

Trotz der angespannten Erwartungen reagieren die meisten Unternehmen proaktiv. 78 Prozent der metallverarbeitenden Betriebe planen, ihre Liquidität in den nächsten zwölf Monaten gezielt zu verbessern.

Zu den wichtigsten geplanten Maßnahmen zählen:

  • Sale-and-lease-back oder Sale-and-hire-back
  • Ein konsequenteres Mahnwesen, bei Bedarf unterstützt durch Rechtsanwälte oder Inkassodienste
  • Factoring
  • Darlehen von Kreditinstituten
  • Verkauf von Anlagegütern an Händler oder andere Nutzer

Umfrage Metallverarbeitung 2025 - Liquiditätsverbesserung - Planung

Die Maßnahmen zeigen ein klares Muster: Unternehmen setzen auf eine Mischung aus Liquiditätsfreisetzung, Bilanzentlastung und professionalisierter Außenstände-Steuerung.

Während klassische Bankdarlehen weiterhin eine Rolle spielen, gewinnen alternative, flexibel einsetzbare Finanzierungsformen an Bedeutung. Factoring und Sale-and-lease-back ermöglichen schnelle, planbare Liquidität sowie eine Verbesserung der Bilanzstruktur – ein Vorteil in einem Marktumfeld, das weiterhin von Unsicherheit geprägt ist.

Fazit: Die Liquidität bleibt stark unter Druck, Rettung wird gesucht

Der Ausblick auf das kommende Jahr zeigt eine Branche im Spannungsfeld aus Kostendruck, schwankender Nachfrage und zunehmender Unsicherheit. Die Mehrheit der Unternehmen rechnet mit einer weiterhin kritischen Liquiditätssituation. Gleichzeitig zeigt sich eine bemerkenswerte Bereitschaft, Maßnahmen zu ergreifen, um die finanzielle Stabilität zu sichern.

Unternehmen investieren verstärkt in Instrumente, die ihnen ermöglichen:

  • • Liquidität schnell verfügbar zu machen
  • • Finanzierung unabhängig von Banken zu gestalten
  • • Risiken durch Zahlungsausfälle zu reduzieren
  • • Flexibilität im Einkauf und in der Produktion zu bewahren

In einem volatilen Marktumfeld wird professionelles Liquiditätsmanagement damit zu einem entscheidenden Erfolgsfaktor für die gesamte Metallverarbeitungsbranche.